Stand Juni 2017

Inhaltsverzeichnis
1 Vorwort
1.1 Werte in unserer Kita
1.2 Werte für unsere Kinder
1.3 Gemeinschaft leben
2 Rahmenbedingungen
2.1 Die Einrichtung
2.2 Lage der KiTa
2.3 Die Räumlichkeiten
2.4 Organisationsform der Kita
2.5 Wir möchten, können, dürfen und sollen
2.6 Öffnungszeiten
3 Unser Alltag
4 Unsere Pädagogik
4.1 Die Rolle der Erzieher/innen
4.2 Die Rolle des Kindes
4.3 Schutzauftrag
4.4 Integration
4.5 Partizipation
5 Ganz beim Kind: Beobachtung und Bildungsdokumentation
5.1 Beobachtung
5.2 Bildungsdokumentation
6 Übergänge gestalten
6.1 Die Eingewöhnung
6.2 Übergang Schule
7 Voneinander lernen – die Gruppenkonstellation
8 Auf dem Außengelände und in der Natur
9 Die Sinne schulen – Wahrnehmung als Basis für Entwicklung
10 Sprechen und zuhören
11 Ernährung
12 Nachwort


Maria Montessori 1870 – 1952

 

1 Vorwort

1.1 Werte in unserer Kita

Unsere Grundhaltungen werden bestimmt von Werten, die Orientierungshilfen für unser Handeln und unser Verhalten gegenüber Mitmenschen – Erwachsenen wie Kindern – darstellen. Welche Werte jede/r für sich als Richtschnur festlegt, ist individuell sehr unterschiedlich. So soll es auch sein, denn für uns macht gerade diese Heterogenität die Vielfalt von Menschen einer Gesellschaft aus.
Mit der Gründung der Kita Bambini haben wir jedoch einen Rahmen festgelegt: wir sind eine Elterninitiative, in der die Pädagogik Maria Montessoris gelebt werden soll. Dieser Rahmen umfasst bestimmte Grundhaltungen und Werte – sowohl für das Zusammenleben in unserer Kita als auch für die Beziehung zu unseren Kindern.

Werte in der Kita Bambini werden zu einem großen Teil in den Beziehungen zwischen den Menschen, die hier zusammenkommen gelebt: zwischen Kindern, Erzieherinnen, Eltern und Hauspersonal. Eine der wichtigsten Qualitäten gelingender Beziehungen ist die Gleichwürdigkeit. Gleichwürdigkeit bedeutet nicht Gleichheit. Gleichwürdigkeit bedeutet, dass alle „von gleichem Wert“ sind. Alle werden mit demselben Respekt gegenüber der persönlichen Würde und Integrität behandelt. Wer seine Mitmenschen gleichwürdig behandelt, bevormundet nicht, unterdrückt nicht und macht niemanden lächerlich .
Gleichwürdige Beziehungen sind geprägt von Wertschätzung und Toleranz. Sie implizieren Diskriminierungsfreiheit. In unserer Kita werden alle Kinder, Eltern und Mitarbeiter/innen unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem sozialen Status, ihrer Familienkonstellation, ihrer sexuellen Orientierung, ihren körperlichen und geistigen Fähigkeiten und ihrer Religionszugehörigkeit mit dem gleichen Respekt willkommen geheißen und ihren Bedürfnissen entsprechend in den Kitaalltag integriert.
Als Elterninitiative haben wir uns entschieden die Kita unserer Kinder mitaufzubauen und mitzugestalten. Die Familien und die Mitarbeiterinnen der Kita bilden eine Gemeinschaft. Auch Gemeinschaft ist ein Wert. Gemeinschaft wird erfahrbar in der Ausrichtung von Festen, Ausflügen und Projekten und auch in der Beteiligung aller Kita-Mitglieder an Entscheidungsprozessen. Gemeinschaft kann gelingen, wenn alle bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Verantwortung wird gezeigt durch eine Bereitschaft zur Übernahme von Aufgaben, Hilfsbereitschaft und Zuverlässigkeit. Sie zeigt sich auch im Engagement bei Gestaltungs- und Planungsprozessen, in der aktiven Beteiligung bei der Suche nach Lösungen und in dem Willen, gemeinsame Entscheidungen mitzutragen.

1.2 Werte für unsere Kinder

Für unsere Kinder werden Werte dann erfahrbar, wenn sie vorgelebt werden. Die Werte Gleichwürdigkeit, Wertschätzung, Toleranz, Gemeinschaft und Verantwortung, die wir im Miteinander in unserer Kita leben, werden auch Werte für unsere Kinder sein, wenn sie für sie durch Vorbilder erfahrbar werden.
Die bekanntesten Zitate Maria Montessoris „Hilf mir es selbst zu tun“ und „das Kind als Baumeister seiner selbst“ zeigen zwei weitere Werte auf, die unser pädagogisches
Verständnis prägen: Selbstbestimmtheit und Selbstwirksamkeit. Selbstbestimmtheit bedeutet, dass jedes Kind, so weit wie es verantwortbar ist, für sich selbst Entscheidungen treffen darf. Selbstwirksamkeit ist die unverzichtbare Erfahrung, dass das, was ich tue eine real erlebbare, begreifbare Wirkung hat.
Ein weiterer Wert, der sich wie ein roter Faden durch die Montessori-Pädagogik zieht, ist die Achtsamkeit. Diese Achtsamkeit richtet sich auf
• die eigene Person (Wahrnehmungsschulung / begreifen und umgehen mit Gefühlen / Achtsamkeit gegenüber dem eigenen Körper)
• andere Personen, als Grundlage für Empathie-Fähigkeit
• auf die Natur und die gestaltete Umgebung.
Alle hier beschriebenen Werte werden in weiteren Kapiteln dieses Konzeptes immer wieder aufgegriffen und dadurch auch näher gefasst. Sie sind die Basis unserer Erziehung, unserer Arbeit und unseres Miteinanders.

1.3 Gemeinschaft leben

Alle in der Kita Bambini bilden zusammen eine Gemeinschaft: Kinder und ihre Familien, Erzieherinnen und das Hauspersonal. Diese Gemeinschaft ist vielfältig und genau diese Vielfalt und Heterogenität ist eine Bereicherung.
Jede und jeder in der Kita hat individuelle Begabungen und Möglichkeiten und genauso auch individuelle Hürden und Hindernisse. Inklusive und interkulturelle Pädagogik, die in unserer Kita gelebt wird, setzt dieses Verständnis von Vielfalt als Chance für alle voraus. Dass Jede/r als Individuum geschätzt und geachtet wird, dass jede/r die Möglichkeit hat, sich nach den eigenen Möglichkeiten für alle einzusetzen ist die Basis für ein positives Gemeinschaftsgefühl. Es kann nicht darum gehen zu vergleichen. Jede/r sollte sich mit dem eigenen Können und Bemühen, aber auch mit den Besonderheiten und Schwierigkeiten angenommen fühlen.
Ein wichtiger Baustein für ein starkes Gemeinschaftsgefühl ist Partizipation. Eltern und Erzieher/innen werden gleichermaßen an Entscheidungen beteiligt. Dazu finden in regelmäßigen Abständen pädagogische und organisatorische Elternabende im Wechsel statt, bei denen pädagogische, finanzielle und strukturell-organisatorische Fragen diskutiert und demokratisch entschieden werden.
Auch die Kinder werden – soweit sie dazu fähig sind – an Entscheidungen beteiligt z.B. bei Anschaffungen für das Außengelände.
Gemeinschaft entwickelt sich auch durch gemeinsame Erlebnisse, Gespräche, Hand-in-Hand Arbeiten. In unserer Kita gibt es dazu regelmäßig Feste und Projekte, an denen nicht nur die Kinder, sondern auch ihre Familien beteiligt sind.

2 Rahmenbedingungen

2.1 Die Einrichtung

Im November 2014 haben sich junge Familien, mit dem Ziel einen Kindergarten für ihre Kinder aufzubauen in dem Wohlfühlen und Geborgenheit „groß geschrieben“ werden, auf den Weg gemacht. Im April 2015 kamen Sie Ihrem Ziel näher und der Verein Elterninitiative Bambini e.V. Montessori Kindertagesstätte war gegründet. Außerdem schlossen sie sich dem Paritätischen Wohlfahrtsverband an, er begleitete und unterstützte das Vorhaben. Auch beim örtlichen Jugendamt stießen Sie auf großen Anklang und ein Investor wurde gefunden.
Dank des Investors Herrn Klostermann startete der Bau im Febr. 2016 in der Finkenstraße 13. Durch das Wohlwollen unseres Bauherrn, bekam die Elternschaft die Möglichkeit den Bau mitzugestalten. Im August 2016 begrüßte die Kita Bambini voller Vorfreude und Stolz die ersten Kinder. Auf Grund einiger baulicher Verzögerungen starteten die Kinder und Erzieher vorerst zu Besuch auf dem Kinderbauernhof Wigger. Im Januar 2017 war es endlich soweit und alle durften Ihr neues Reich in der Finkenstraße beziehen.
Seitdem leben über Tag in der Kita maximal 35 Kinder im Alter von 4 Monaten bis zum Schuleintritt. Aufgeteilt sind sie altersheterogen in zwei Gruppen- die Löwenzähne und die Pusteblumen. Liebevoll betreut werden sie von sieben Erzieherinnen, einer Heilerziehungspflegerin und einer Erzieherin im Anerkennungsjahr. Außerdem wird unser Team noch von einer Diätassistentin (die täglich wunderbares Essen kocht) und unserer Putzfee unterstützt.

2.2 Lage der KiTa

Unsere Einrichtung befindet sich in der Finkenstraße 13, in einem gewachsenen Wohngebiet im Grevener Süden. Das Neubaugebiet Wöste beginnt in unmittelbarer Nähe. Von dort aus gelangt man schnell auf die B219 oder auf die 481/Schiffahrter Damm. In 500m Entfernung liegt ein Waldgebiet das regelmäßig von den Kindern genutzt wird.

2.3 Die Räumlichkeiten

Wir leben und arbeiten gemeinsam in einem Haus mit familiärem Charakter. Die Atmosphäre unserer Kita bietet ein heimeliges Wohngefühl. Die Räumlichkeiten sind klar strukturiert, so dass die Kinder sich wunderbar orientieren können.
In den zwei Hauptgruppenräumen bildet das Montessori-Material den Hauptteil des Spielzeugs. In offenen Regalen, die auf Erreichbarkeit des Kindes ausgerichtet sind, kann sich das Kind frei bewegen und nach seinen Bedürfnissen Spielmaterial auswählen.
„Nicht das Kind soll sich seiner Umgebung anpassen, sondern die Umgebung muss dem Kind angepasst werden“ Maria Montessori
Es schließt Regelspielzeug, wie zum Beispiel Kapla-Bausteine, Duplo, Lego, Puppen etc., nicht aus. Beide Gruppenräume sind für sich nochmal in einzelne Bereiche, wie Bauteppich, Montessori – Arbeitsbereich, Kuschel- und Leseecke, unterteilt. Das Mobiliar und die Böden bestehen aus reinen Naturmaterialien. Hinzu kommt, dass der Mix aus optisch alten und modernen Invetar dem Raum einen ganz persönlichen Charakter zuschreibt.
Beide Kindergruppen werden im Erdgeschoss mit direktem Zugang zum Garten betreut. Jede Gruppe verfügt zusätzlich über einen Nebenraum, der den Bedürfnissen entsprechend weitere Erprobungsmöglichkeiten (Werkraum, Atelier etc.) bietet. In unserem „Baumhaus“, dem Nebenraum der Löwenzähne, finden die Kinder -abseits vom Gruppengeschehen- die Möglichkeit, sich zurückzuziehen und Ruhe zu finden. Um dies zu gewährleisten ist dieser Raum baulich vom Hauptgruppenraum abgetrennt.
Ein weiteres Highlight im Erdgeschoss ist der große Waschraum. Dort befindet sich eine große Badewanne, die regelmäßig für Wahrnehmungsangebote genutzt wird. Der Wickeltisch, aus Naturholz, bietet zwei Kindern die Möglichkeit zeitgleich gewickelt zu werden. Das längliche Waschbecken mit Staudamm fordert die Kinder auf ausgiebig mit Wasser zu experimentieren und sich der täglichen Hygiene zu widmen.
Wir befanden uns in der glücklichen Lage, den Grundriss mitbestimmen zu können. Somit war es uns unter anderem möglich, die große Küche als Mittelpunkt der Einrichtung zu gestalten. Dort können die Kinder gemeinsam essen und anschließend ihr Geschirr selbständig in die Geschirrspülmaschine räumen, sich an Herd und Ofen beim Kochen und Backen ausprobieren und andere alltagsbezogene Aufgaben übernehmen („Übung des täglichen Lebens“ nach Montessori).
Unser Kita-Alltag spielt sich hauptsächlich im Erdgeschoss und im Garten ab. Der Garten hat eine große Rasenfläche, einen Sandkasten, eine Wasserpumpe, eine Schaukel sowie weitere Außenspielgeräte, Spielzeuge und Fahrzeuge. Außerdem verfügt das Außengelände über einen von Pflanzen eingerahmten Baubereich indem die Kinder z.B. mit Holz und Steinen experimentieren können. Aber auch die Möglichkeit des Rückzugs nutzen.
Im Obergeschoss, fern ab vom Alltagsgeschehen, befindet sich unser Schlafraum. Hier können die jüngeren und bei Bedarf auch die älteren Kinder schlafen oder sich bei einer Geschichte ausruhen. Dem angeschlossen befindet sich der Raum für kosmische Erziehung und die Vorschularbeit.
Den ebenfalls im Obergeschoss befindlichen Mehrzweckraum nutzen die Kinder mindestens einmal pro Woche zum Turnen. Außerdem findet hier das „Gehen auf der Linie“ / „Stille Übungen“ nach Montessori statt, sowie spezielle Förderangebote oder Angebote von unseren Kooperationspartnern wie z.B. Ergotherapie, Abrakadraba, Music Fly.
Die Kinder -egal ob sehr jung oder ein Vorschulkind, egal ob Junge oder Mädchen, egal ob von Behinderung bedroht oder mit einer nachweislichen liebevoll gemeinten „Andersartigkeit“- benötigen eine Umgebung in der sie aktiv, mit allen Sinnen Erfahrungen machen können. Das bedeutet für uns unter anderem auch die vorhandenen Räume immer wieder so umzugestalten, dass die Kinder in ihren verschiedenen Entwicklungsphasen und Altersstufen angeregt werden und gleichzeitig auch genügend Freiraum zum Entdecken, Forschen und zum Rückzug bleibt.

2.4 Organisationsform der Kita

Wir sind eine Elterninitiative, somit sind alle Eltern Mitglieder des Vereins und bilden den Träger der Einrichtung. Die Kita wird durch Zuschüsse vom Land NRW, der Stadt Greven und durch Eigenbeteiligung der Eltern finanziell getragen.
Eltern können ihre Ideen in die Gestaltung der Kita mit einfließen lassen, müssen andererseits aber auch im monatlichen oder wöchentlichen Rhythmus Dienste übernehmen. Ein Dienst kann zum Beispiel der Einkauf, für das täglich frisch zubereitete Mittagessen sein oder die Mitarbeit in einer Gartengruppe, die für die Pflege und Gestaltung des Außengeländes zuständig ist. Ganz nach dem Prinzip „was ich gut kann, bringe ich gerne ein“ sollten die Ämter und Dienste übernommen werden.
Neben diesen Elterndiensten müssen die folgenden Ämter im Vorstand für jeweils zwei Jahre gewählt werden:

  • 1.Vorstandsvorsitzende/r
  • 2.Vorstandvorsitzende/r
  • Kassierer/in
  • Schriftführer/in
  • weiteres Mitglied

Der Elternvorstand, der aus den fünf Elternteilen besteht, hat – neben der beständigen Elternmitarbeit – unter anderem die Aufgabe, interne Personalangelegenheiten und die finanzielle Ausstattung zu koordinieren. Dazu gehören zum Beispiel Gehalts- und Betriebskostenabrechnungen sowie die Regelung außerbetrieblicher Angelegenheiten, wie z.B. Rücksprachen mit Ämtern und Behörden.
Darüber hinaus werden drei Kassenprüfer/innen sowie ein Fest- und Geburtstagskomitee ernannt. Am Anfang des Kita-Jahres wählen die Eltern aus der Elternschaft zwei Vertrauenspersonen, die als Vermittler/innen lösungsorientiert zwischen Team und Eltern fungiert, der Elternrat.
Zusätzlich kann es auch im KiTarat einen Austausch geben, der sich durch den Elternrat, das Fachpersonal und den Vorstand zusammensetzt.

2.5 Wir möchten, können, dürfen und sollen

WIR ELTERN MÖCHTEN:

– Spaß miteinander
– Kontakte zu anderen Eltern aufbauen
– als Individuum gesehen werden
– eine vertrauensvolle, liebevolle, ganztägige Betreuung für unser Kind
– eine dem Entwicklungsstand und den Interessen des Kindes entsprechende Förderung in allen Bildungsbereichen
– uns einbezogen fühlen
– pädagogisch kompetente Mitarbeiter/innen erleben
– von den Teammitgliedern angesprochen werden, Ratschläge und Hilfestellung bei Fragen erhalten
– Infos und tiefere Einblicke bekommen, Transparenz der Arbeit erfahre

WIR ELTERN KÖNNEN:

– Uns mit dem Team austauschen
– von Zuhause erzählen
– den Kita Alltag mit leben
– bei vielen Dingen mitgestalten
– eine große Unterstützung für das Team sein
– dem Team Hilfe und Ratschläge geben
– Einfluss nehmen z.B. in den AG´s
– selbst Dinge in die Hand nehmen
– für eine angenehme Atmosphäre sorgen

WIR ELTERN DÜRFEN

– Ideen und Fähigkeiten einbringen
– Wünsche aussprechen
– konstruktiv kritisch sein
– Ängste äußern
– nachfragen
– einen eigenen Standpunkt haben

WIR ELTERN SOLLEN

– die Pädagogik anerkennen, ernst nehmen und wertschätzen
– hinter der Idee der Kita stehen
– mit dem Team zusammenarbeiten
– das Team über Wichtiges und die aktuelle Situation des Kindes informieren
– Verständigungsschwierigkeiten mitteilen
– gegenseitige pädagogische Absprachen einhalten
– an Elternabenden teilnehmen
– ein Amt übernehmen und uns in die Kita-Arbeit einbringen
– gute und verlässliche Arbeitgeber/innen sein, als solche den Austausch mit dem Team suchen
– Nähe und Distanz zu den Erzieherinnen einhalten
– pünktlich sein
– uns an die Satzung halten
– die Gruppe über meldepflichtige Krankheiten informieren
– zuverlässig Beiträge zahlen

DAS TEAM MÖCHTE

– eine liebe- und vertrauensvolle Bindung zu den Kindern aufbauen
– viel lachen
– einen Umgang mit den Eltern pflegen, der von gegenseitigem Respekt und Vertrauen geprägt ist
– ein gutes und von vertrauen geprägtes Verhältnis zu den Eltern schaffen und lebendig erhalten
– die Eltern über die Entwicklung ihres Kindes informieren
– über die aktuellen Lebensumstände des Kindes Bescheid wissen
– regelmäßig Elterngespräche anbieten
– die pädagogische Arbeit für die Eltern transparent machen
– im Gespräch über Formen und Inhalte der pädagogischen Arbeit, gemeinsame Erziehungsziele und pädagogische Grundsätze sein.
– im ständigen Kontakt und Austausch mit den Eltern bleiben
– die Elternabende gemeinsam mit den Eltern interessant und bunt gestalten
– als Individuum gesehen werden

2.6 Öffnungszeiten

Unsere Öffnungszeiten sind:
Montag – Donnerstag von 7:00 – 16:30 Uhr
Freitags von 7:00 – 16:00 Uhr

25 Stunden = 7:00 – 12.00 Uhr
35 Stunden = 7:00 – 14.15 Uhr
45 Stunden = innerhalb der Öffnungszeiten

Somit bieten wir eine maximale Betreuungszeit von 47 Stunden an.
Geschlossen bleibt die Kita für drei Wochen in den Schulferien im Sommer, zwischen Weihnachten und Neujahr und an vereinzelten Schließungstagen, die mit den Eltern jährlich neu abgestimmt werden. Um eine möglichst hohe Flexibilität für die Eltern zu ermöglichen findet eine jährliche Bedarfsabfrage statt um die Öffnungszeiten zu überprüfen.

3 Unser Alltag

Die Kita öffnet jeden Morgen um 7.00Uhr die Türen. Die ersten Kinder bereiten mit dem Personal das Frühstück zu (wie z.B. Quark anrühren, Tisch decken, Eier kochen und abpellen)
Bis 9.30 Uhr haben die Kinder die Möglichkeit, neben dem Freispiel in den Gruppen, in Begleitung zu frühstücken.
Es sollten dann alle Kinder in ihrer Gruppe angekommen sein, da nun der tägliche, gruppeninternen Morgenkreis beginnt. Dabei wird geschaut, wer alles anwesend ist, welche Angebote es im Tagesverlauf gibt und es wird gemeinsam gesungen und gespielt. Je nach Wochentag finden im Anschluss für die Kinder verschiedene Aktivitäten statt, umrahmt von der ständigen Möglichkeit zum freien Spiel, z. B. im Rollenspiel oder im Kreativbereich.
Um ca. 11.00 Uhr findet eine kleine Snack- und Trinkpause in Form von Obst statt. Dies erleichtert insbesondere den jüngeren Kindern den Übergang vom Frühstück zum Mittag.
Um 12.00 Uhr essen die jüngeren Kinder und Erzieherinnen zusammen in der Küche Mittag. Nach dem anschließenden Zähneputzen gehen die Kleinen schlafen. Nun ist die Küche wieder frei und die größeren Kinder gehen zu Tisch. Nach dem Zähne putzen gibt es eine individuell gestaltete Ruhepause bis ca. 14.15 Uhr. Dann startet das bedürfnissorientierte Nachmittagsprogramm. Ca. gegen 15.00 Uhr findet nochmal ein Kindercafé statt. Die Abholzeit variiert individuell, orientiert an den familiären Bedürfnissen und nimmt den Zeitraum von ca. 14.15 Uhr bis 16.15 Uhr ein.
Die Kita- Woche ist gefüllt mit regelmäßigen, immer wiederkehrenden Aktivitäten.

Unserer Woche

Montag

Montags bekommen wir Unterstützung von einer Frau die mit dem Programm Abrakadabra den Kindern die englische Sprache, mit Liedern, Versen und Geschichten näherbringt (kostenpflichtig)

Dienstag

Alle Kinder, die im nächsten Jahr zur Schule gehen, treffen sich an diesem Tag in der Vorschulgruppe.
Außerdem findet in Kleingruppen ein Bewegungsangebote für die Löwenzahn Kinder statt.

Mittwoch

Vormittags wird der Mehrzweckraum genutzt für Kooperationspartner (z.B. Ergotherapie, Frühförderung, Logopädie)
Mittwoch mittags findet das Stilleangebot nach Maria Montessori „Gehen auf der Linie“ statt.
Die Mittelkinder (die Zwerge) treffen sich zum Angebot.
Wir holen mit bis zu vier Kindern mit dem Fahrrad Lebensmittel vom Wochenmarkt ab.

Donnerstag

Immer donnerstags ruft die Glocke die Kita- Kinder in altershomogenen Gruppen zur Musikstunde mit der Unterstützung von Music Fly zusammen, um zu singen, zu musizieren und sich zur Musik zu bewegen (kostenpflichtig).
Nachmittags wird der Mehrzweckraum genutzt für Kooperationspartner (z.B. Ergotherapie, Frühförderung, Logopädie)

Freitag

An diesem Tag finden in Kleingruppen Bewegungsangebote für die „Pusteblumen“ Kinder statt.

Zu den festen wöchentlichen Angeboten kommen immer wieder Aktivitäten hinzu, deren Impuls die Kinder geben. Außerdem ist es uns wichtig viel Raum für freies Spiel zu lassen, sodass die Kinder stets eine abwechslungsreiche Woche mit verschiedensten Bildungs- und Erlebnismöglichkeiten haben ( siehe auch Rolle des Kindes)
„Das Interesse des Kindes hängt alleine von der Möglichkeit ab, eigene Entdeckungen zu machen“ Maria Montessori.

4 Unsere Pädagogik

4.1 Die Rolle der Erzieher/innen

Aller Pädagogik voran steht der wertschätzende und liebevolle Umgang mit den Kindern. Die Kinder werden in ihrer Persönlichkeit geachtet, ihre Bedürfnisse werden konsequent berücksichtigt.
Auf der Grundlage einer gut gestalteten Beziehung zu den Erzieher/innen wird es dem Kind ermöglicht, sich frei nach seinen Bedürfnissen und Vorlieben zu entfalten.
Maria Montessori definiert Erziehung wie folgt:
„Die Aufgabe der Erziehung ist nicht das Kind zu formen, sondern es ihm zu erlauben, sich zu offenbaren.“ Maria Montessori
Sie stellt damit das Kind in den Mittelpunkt ihrer Pädagogik.
Die Erzieher/innen verstehen sich als Helfer zur Entwicklung selbstständiger Persönlichkeiten: sie helfen dem Kind, seinen Willen zu entwickeln, indem sie ihm Raum für freie Entscheidungen geben. Sie helfen ihm, selbstständig zu denken und zu handeln.
Der Erwachsene verhält sich passiv, damit das Kind in Aktion treten kann. Er ist Wegbegleiter, nicht Animateur und Handlungsabnehmer.
Unsere Erzieher/innen sind objektive, liebevolle Beobachter/innen. Sie sehen Entwicklungsschritte und freuen sich darüber mit dem Kind. Das Kind wird als Individuum wahrgenommen und nicht verglichen. Unter genauer Beobachtung ist es unseren Pädagog/innen möglich, dem Kind passende Entwicklungsangebote zu machen, sie werden zum „Diener des Kindes“ Maria Montessori.
Die Angebote können sie den sensiblen Phasen der Entwicklung des Kindes entnehmen.
Die sensiblen Phasen definiert Montessori als Entwicklungszyklen im Kindesalter, in denen ein Kind hohes Interesse an der Einübung bestimmter Tätigkeiten hat, zum Beispiel das Erlernen der Sprache, des Laufens, des Schleife Bindens, Turm Bauens etc. Kinder wollen nicht irgendetwas lernen, sondern zu einer bestimmten Zeit etwas ganz Bestimmtes. Die Erzieher/innen bieten dem Kind Gelegenheiten, dem eigenen Lernbedürfnis zu folgen. Sie unterstützen es dabei, Schwierigkeiten zu überwinden, statt ihnen auszuweichen.
Ein Medium zur Gestaltung von Entwicklungsangeboten sind die Montessori-Materialien. Mit ihnen wird die Umgebung des Kindes so gestaltet, dass Lernanreize geschaffen werden, auf die es aus eigenem Interesse zugehen kann. Auch der Einsatz und das geduldige Erklären des Gebrauches dieser Materialien ist Aufgabe der Erzieher/innen.
Der gut strukturierte Raum als dritter Pädagoge bietet dem Kind Orientierung in einer Vielfalt von Spielangeboten (siehe Raumgestaltung). Für die Gestaltung der Räume hinsichtlich ihrer Strukturierung und Ordnung sind die Erzieher/innen verantwortlich.
Das Fachpersonal bildet sich in regelmäßigen Abständen zu verschiedenen Themen fort. Außerdem nimmt unser Team die Möglichkeit in Anspruch alle drei Monate ein Teamcoaching, unter der Anleitung von Fachpersonal, durchzuführen. Die Zeiten des Teamcoachings werden für kindorientierte Fallbesprechungen und teambezogene Thematiken genutzt.

4.2 Die Rolle des Kindes

Wie oben schon erwähnt steht das Kind im Mittelpunkt der Pädagogik.
Vor gar nicht allzu langer Zeit wurden Kinder als solche nicht für vollwertig genommen. Ihnen wurde auferlegt, was sie zu tun haben.
Montessori reformierte die Sichtweise auf das Kind und erhöht den Stellenwert des Kindes in der Gesellschaft.
„Hilf mir es selbst zu tun!“ ist eines der berühmtesten Zitate Montessoris. Kinder möchten ihre Welt eigenständig erobern, Erfolge erleben und Herausforderungen des Alltags selbstständig schaffen. Das Kind lernt sich und seinen Körper kennen. Dadurch erlangt es Sicherheit und Selbstbewusstsein.
Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang, dem in der Montessori Pädagogik viel Raum zugesprochen wird. Montessoris ausgeklügelten Materialien regen Hand, Herz und Verstand an. Über das „Begreifen“ erschließt das Kind seine Umwelt, sammelt Erfahrungen und macht sie sich zu eigen. Montessori geht davon aus, dass jedes Kind seinen eigenen inneren Bauplan hat. „Das Kind ist Baumeister seiner selbst“.
Unseren und den Werten Montessoris entsprechend bekommt das Kind in unserer Kita kleine Verantwortungsbereiche z.B. „Energiemanager“ (Lichter ausschalten, wenn es in den Garten geht), Pflanzenpflege, Spülmaschinendienst usw.
Die Kinder, egal welchen Alters, werden in kleine Entscheidungsprozesse des Kita-Alltags mit eingebunden. So lernen sie, dass sie eine Stimme haben und miteinbezogen werden. Verantwortung und Gemeinschaft werden für die Kinder auf diese Weise konkret greifbar.
Das freie Spiel ist die natürliche Form des Kindes seine Welt zu erobern und wir bieten den Kindern im Alltag viel Zeit dafür. Auf natürliche Weise erforscht es seine Welt und macht sie sich zu eigen. Im Frei Spiel entscheidet das Kind was, wo, wie lange und mit wem es spielen möchte. Hier zeigen sich Selbstbestimmtheit und Selbstwirksamkeit. Die freie Entscheidung führt zu einer Disziplin, die von innen kommt und nicht von den Erzieher/innen initiiert wird.

4.3 Schutzauftrag

Der Gesetzgeber spricht von Kindeswohlgefährdung, wenn das geistige, körperliche oder seelische Wohl eines Kindes gefährdet ist und die Erziehungsberechtigten nicht bereit oder in der Lage sind, die Gefahr abzuwenden. Nur wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, ist der Staat berechtigt, in das Recht der elterlichen Sorge einzugreifen, um das Wohl des Kindes sicherzustellen. Vor dem Hintergrund dramatischer Fälle von Misshandlungen und Vernachlässigungen hat der Gesetzgeber durch Hinzufügung des § 8a im Achten Sozialgesetzbuch (SGB VIII) den Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung verstärkt. Kindertagesstätten sind damit in den Schutzauftrag einbezogen worden – sie haben hier eine besondere Verantwortung und sind zu erhöhter Aufmerksamkeit verpflichtet.

Die Vereinbarung sieht vor, eine Einschätzung des Gefährdungsrisikos unter Hinzuziehung von einer insoweit erfahrenen Fachkraft vorzunehmen. Die Eltern sind dabei einzubeziehen (soweit der Schutz des Kindes dadurch nicht in Frage gestellt ist) und sie sollen auf geeignete Hilfs- und Unterstützungsangebote hingewiesen werden. Falls diese Bemühungen keine Wirkung zeigen, ist das Jugendamt zu informieren. In besonderen Ausnahmesituationen, in denen eine akute Kindeswohlgefährdung vorliegt, muss eine sofortige Mitteilung an das Jugendamt erfolgen. Die zu treffenden Maßnahmen zum Schutz des Kindes wie auch die Gewährung von Hilfen für die Familie obliegen nach wie vor dem Jugendamt.

Um der verantwortungsvollen Aufgabe des Schutzauftrages gerecht zu werden, sind die pädagogischen Kräfte unserer Einrichtung im Rahmen einer Schulung im Umgang mit dem § 8a SGB VIII vertraut gemacht worden. Unser Ziel ist es, überlegt und strukturiert zu handeln, um professionelle Hilfe anbieten zu können.

Darüber hinaus hat sich die Kita Bambini e.V. im Sinne des §72a SGB VIII dazu verpflichtet, auf die persönliche Eignung der Fachkräfte in der Einrichtung zu achten und durch die Vorlage von polizeilichen Führungszeugnissen sicherzustellen, dass keine Personen beschäftigt sind, die wegen bestimmter Straftaten (z.B. Verletzung der Fürsorgepflicht oder Sexualdelikte) rechtskräftig verurteilt worden sind. Sollte übergangsweise eine Zusatzbetreuung durch Elternteile stattfinden, ist auch hier ein Führungszeugnis vorzulegen.

Das Wohl der uns anvertrauten Kinder ist uns wichtig. Nicht alle Auffälligkeiten und Probleme, die unsere Erzieher/innen bei Kindern wahrnehmen, sind ein Hinweis darauf, dass sie gefährdet sind. Manchmal besteht dennoch ein Hilfebedarf für Kind und Eltern. Unser Anliegen ist deshalb in erster Linie, mit Eltern eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zu gestalten und sie frühzeitig auf geeignete Hilfen aufmerksam zu machen.

4.4 Integration

Die Lösung kann nur sein, dass es nicht mehr relevant ist, auf Unterschiede hinzuweisen.
Unsere Kita arbeitet von Beginn an integrativ und bietet bis zu 3 Plätze für Kinder mit einem höheren Förderbedarf.
Für uns bedeutet Integration gemeinsame Erziehung. Wir sind eine bunte Gemeinschaft, in der jede/r seinen Platz finden kann. Es geht nicht darum, nur einzelne Kinder in eine Gruppe zu integrieren, wir sehen uns als eine Gemeinschaft, in der die Kinder uns Integration vorleben und jede/r gleichwertig ist.
Jedes Kind bringt seinen eigenen Reichtum an Fähigkeiten und Eigenschaften mit, die wir als Gemeinschaft erkennen, fördern und nutzen möchten. Indem Kinder verschiedener Altersstufen mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen zusammenleben, erfahren sie, dass die Persönlichkeit jedes Menschen (Kind und Erwachsenen) durch Besonderheiten und Unterschiedlichkeiten gekennzeichnet ist. Eine solche Gruppe birgt bereits Fördermöglichkeiten in sich, da die Kinder automatisch gemeinsam und voneinander lernen. Der Umgang mit Beeinträchtigungen wird mit der Zeit als selbstverständlich erlebt. Durch einen gemeinsamen Alltag werden Ausgrenzungen vermieden, Integration wird gelebt – Inklusion findet statt. Jedes Kind, dass unsere Kita besucht, hat die unterschiedlichsten Begierden. Einige von ihnen haben besondere Bedürfnisse. Sie benötigen spezielle Unterstützung und Förderung in diesen Bereichen. Die individuelle Förderung wird stets den Interessen der Kinder entsprechend in das Spiel und den Alltag eingebunden.
Die Freude des Kindes wird genutzt. Sie unterstützt und festigt den Entwicklungsprozess.
Eine respektvolle, wertschätzende und annehmende Haltung den Kindern gegenüber hilft ihnen, ihre Stärken und Schwächen annehmen zu können. Für jedes Kind ergeben sich neue Lern- und Erlebensfelder. So kann ein gutes Selbstwertgefühl reifen und die emotionalen Kräfte werden gestärkt.
Kinder mit besonderen Bedürfnissen lernen in der Gruppe ihre Fähigkeiten gleichberechtigt einzubringen, ihre Grenzen zu erkennen und Misserfolge auszuhalten.
Durch eine gute Personalausstattung, Teamorganisation und Vernetzung zu anderen Institutionen (z.B. Frühförderung, Ergotherapie usw.) kann auf jedes Kind individuell eingegangen werden. Wir begeben uns gemeinsam mit den Kindern und auch Eltern auf den Weg, werden sensibler für neue Ansätze und Wege und lassen uns auf Neues ein.

4.5 Partizipation

Die Kinder verbringen viel Zeit in der Kindertagesstätte.
Da wir unsere Einrichtung nicht als Aufbewahrungsstätte sehen, sondern als Lebensraum für Kinder, ist es uns wichtig, den Alltag und das Zusammenleben in der Kita gemeinsam mit den Kindern zu gestalten. Auf dem Weg in die Selbständigkeit, hin zu eigenverantwortlichen und sozialem Handeln versuchen wir die Kinder auf vielfältige und individuelle Art und Weise zu unterstützen und mit ihnen gemeinsame Wege zu finden, die den Kita – Alltag zu einem für alle lebenswerten Ort macht. Eigenverantwortung, Selbständigkeit etc. gelingen nur, wenn man die Kinder in Entscheidungsprozessen einbindet, sie mitbestimmen und mitwirken lässt und die notwendigen Regeln des Zusammenlebens gemeinsam festlegt Kinder teilhaben zu lassen, bedeutet aber nicht, dass sie alles dürfen! Es geht um das Recht der Kinder, ihre Meinung frei zu äußern und es geht darum, diese Meinung entwicklungsangemessen zu berücksichtigen.
Partizipation findet ihre Grenzen dort, wo das körperliche oder seelische Wohl eines Kindes gefährdet ist.

5 Ganz beim Kind: Beobachtung und Bildungsdokumentation

5.1 Beobachtung

Kinder sind von Anfang an aktive, kompetente, gleichgestellte, neugierige, und individuelle Persönlichkeiten.
Wir sehen jedes einzelne Kind als eigenständiges Individuum mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Eigenschaften, die sie in eigenem Tempo, Rhythmus und eigener Reihenfolge entwickeln.
Kinder beobachten und deren Entwicklung wahrnehmen sind wichtige Bestandteile unserer pädagogischen Arbeit. Da die Bildungsmöglichkeiten abhängig von den sozialen Erfahrungen bzw. Angeboten der Umwelt und den materiellen Gegebenheiten sind, ergeben sich für die Pädagog/innen folgende Handlungskonzepte:

1. Beobachtende Wahrnehmung, um auf wichtige sensible Phasen und Veränderungen des Kindes adäquat und stärkenorientiert reagieren zu können (Bildungsdokumentation)
2. Die Erkenntnisse unserer Beobachtungen nutzen wir als Unterstützung für ein ganzheitliches Lernen der Kinder.
3. Sie ermöglichen uns die Bereitstellung vielfältiger Spiel- und Erlebnismöglichkeiten.
Wir sehen es als Auftrag an, offen und flexibel vielfältige Situationen herzustellen für individuelle Erfahrungen, Erlebnisse und Ideen.
Das Personal hat die wichtige Aufgabe des Beobachters, Begleiters, Anregers und Unterstützers.
Sie sehen genau hin und beobachten und mischen sich nur dann ein, wenn sich Kinder nicht in der Lage sehen, sich alleine oder als Gruppe zu wehren.
Die täglichen Beobachtungen nehmen sie als Grundlage, um sich konstruktiv mit Eltern, oder dem gesamten Team (in Teambesprechungen) auseinander zu setzen und die weitere pädagogische Arbeit zu planen. Für den Austausch mit den Eltern finden regelmäßig Tür- und Angelgespräche statt, sowie 3 gruppeninterne pädagogische Elternabende und pro Familie zwei Elterngespräche im Kita – Jahr. Bei Bedarf steht das Fachpersonal den Eltern jederzeit für zusätzliche Gespräche zur Verfügung.

5.2 Bildungsdokumentation

Die Beobachtungen, Erlebnisse und neue Erkenntnisse halten die Pädagog/innen, gemeinsam mit den Kindern in einem persönlichen Bildungsbuch fest.
Jedes Kind erhält einen Ordner, indem seine persönlichen Entwicklungs- und Lerngeschichten und Spielsituationen festgehalten werden. Vom ersten Kontakt bei den Hausbesuchen, den ersten Bastel- und Malversuchen, bis zum letzten Tag im Kindergarten halten sie die Bildungsentwicklung des Kindes fest.
Ein wichtiger Bestandteil der Bildungsbücher ist die Arbeit mit den Montessori – Materialien. Die Arbeiten in den Bereichen (Übung des täglichen Lebens, Mathematik, Sprache, Kosmische Erziehung und Sinneswahrnehmung) werden, in Form von Fotos und Lerngeschichten in einzelnen Abschnitten des Ordners festgehalten. Das Kind kann jederzeit den Ordner angucken und darf darüber bestimmen. Jedes Kind hat seinen eigenen inneren Bauplan, dieser wird in jedem einzelnen Bildungsbuch deutlich. Dementsprechend entspricht kein Bildungsbuch dem Anderen und jedes für sich ist einzigartig.

6 Übergänge gestalten

6.1 Die Eingewöhnung

Da der Übergang aus der Familie in eine noch unbekannte Kindertagesstätte eine große Herausforderung für Kind und Eltern bedeutet, legen wir viel Wert auf eine individuelle Eingewöhnung. Die Eingewöhnungszeit verläuft in enger Kooperation mit den Eltern nach dem INFANS-Eingewöhnungsmodell „Ohne Eltern geht es nicht“.
Unser Ziel ist es, in enger Kooperation mit den Eltern, das Kind unter dem Schutz einer Bindungsperson mit der neuen Situation und Umgebung vertraut zu machen und den Aufbau einer Beziehung zu den Erzieherinnen zu ermöglichen.

Zu Beginn der Eingewöhnung steht ein erstes ausführliches Eingewöhnungsgespräch mit den Erzieherinnen. Dieses Gespräch wird als Anlass genommen, damit die Familien und die Familien die Bezugserzieherin in ihrer gewohnten Umgebung kennenlernen können. Sie nutzen die Zeit der freiwilligen Hausbesuche, um die persönlichen Familien-Rituale kennenzulernen und diese in der Eingewöhnungszeit, beziehungsweise unseren pädagogischen Alltag zu integrieren. Die Aufgabe des Eingewöhnungsgespräches ist es, den Übergang vom Familienhaus, für die gesamte Familie in die Kindertagesstätte vorzubereiten und somit zu erleichtern. Inhalte sind die Einführung in das INFANS- / Berliner Eingewöhnungsmodell und das Kennenlernen der Eingewöhnungserzieherin als primäre Bezugsperson während der Eingewöhnungsphase des Kindes. Schon in den ersten Tagen in der Eingewöhnungszeit wird deutlich, ob die Beziehung zwischen dem Kind und der Bezugsperson passt. Dort handeln die Pädagogen sehr feinfühlig und reagieren flexibel auf die Wünsche und Bedürfnisse des Kindes. Partizipation der Kinder wird bei uns von Beginn an großgeschrieben.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Eingewöhnung, sind die Schnuppertage in der Kindertagesstätte. Jedes Kind bekommt die Möglichkeit an zwei Tagen, für einige Stunden, den Alltag der Einrichtung vorab kennenzulernen. Diese werden individuell mit der Eingewöhnungserzieherin aus dem Hausbesuch abgesprochen und mit dem pädagogischen Alltag abgestimmt.
Während der Eingewöhnungsphase besteht kontinuierlich ein reger Austausch zwischen Eltern und Erziehern.
In der Theorie wird das INFANS- / Berliner Eingewöhnungsmodell in drei Phasen unterteilt. Für uns aber gibt jedes einzelne Kind das Tempo für die individuelle Eingewöhnung vor und dementsprechend handeln wir. Darum bitten wir alle Eltern ausreichend Zeit für die Eingewöhnung einzuplanen.

Erste Phase
In der ersten Phase (ca. 3 – 4 Tage) bleibt ein Elternteil mit dem Kind zusammen in der Gruppe, um dem Kind in seiner neuen Umgebung Sicherheit zu geben. Während dieser Zeit baut das Kind eine Beziehung zur Bezugserzieherin auf, die das Kind auch weiterhin in der Kita-Zeit begleiten wird.

Zweite Phase
In der zweiten Phase verabschiedet sich der Elternteil bereits für kurze Zeit, bleibt aber in der Einrichtung oder in der näheren Umgebung, um schnell erreichbar zu sein. Dabei lernt das Kind, sich bewusst von einem Elternteil zu trennen und für einen überschaubaren Zeitraum ohne Mutter bzw. Vater in der Kita zu bleiben.

Abschluss
Nachdem das Kind und die Eltern diese beiden Phasen (ca. 2 – 3 Wochen) durchlaufen haben, kann das Kind den gesamten Tag in der Kita verbringen. Es hat dann genug Vertrauen zu der Bezugsperson aufgebaut, hat die neue Umgebung (draußen und drinnen) kennen gelernt und hat Kontakte geschlossen.
Ziel der Eingewöhnungszeit ist, dass die Kinder sich frei und sicher in der Gruppe bewegen und alle betreuenden Erzieherinnen als Bezugsperson akzeptiert werden.
Zum Abschluss der Zeit folgt ein ausführliches Reflexionsgespräch mit den Eltern.

6.2 Übergang Schule

Im letzten Kita – Jahr legen wir ein besonderes Augenmerk auf unsere angehenden Schulkinder. Um ihnen den Übergang in die Schule zu erleichtern, wird ihnen in unserem Alltag eine neue Rolle zugeschrieben. Im Rahmen der Vorschulgruppe, die einmal wöchentlich stattfindet, bekommen sie die Möglichkeiten sich mit verschiedenen Themen des Lebens auseinander zu setzen. Gemeinsam erkunden die Erzieher/innen, mit der Ameise Fred, naturwissenschaftliche Bereiche der Chemie, Physik und Biologie, lernen unsere Stadt Greven kennen, setzen sich mit verschiedenen Berufsfeldern auseinander, beschäftigen sich mit der Uhrzeit und erhalten Einblicke in Erdkunde (Kosmische Erziehung).
Um das Selbstwertgefühl der Kinder im letzten Jahr nochmals zu stärken haben wir eine Kooperation mit dem Einmacher Vital Nordwalde „Starke Zwerge“ abgeschlossem. Im Rahmen dieses Projektes üben die Kinder nochmal intensiv sich selbst zu behaupten und ihren Standpunkt zu vertreten.
Zum Kennenlernen der zukünftigen Schulen sind wir Kooperationen mit nahegelegenen Schulen eingegangen. Das Personal probieren es immer möglich zu machen alle Schulen der Stadt Greven, an vorgegebenen Terminen, zu besuchen, um den Übergang und neue Kontaktaufnahmen nochmals zu erleichtern. Außerdem nimmt die Leitung unserer KiTa an regelmäßigen Austauschtreffen der Schulen teil.

7 Voneinander lernen – die Gruppenkonstellation

In jeder unserer Gruppen sind bis zu sechs Kindern unter drei Jahren – von 0,4 bis drei Jahren- und insgesamt maximal 17-18 Kinder pro Gruppe. Es ist für alle (Kinder, Eltern und Erzieherinnen) eine große Bereicherung, die altersgemischte Gruppe zu „leben“. Da die kleinen Kinder in der Regel 4 bis 5 Jahre in der Einrichtung sind und häufig die Geschwisterkinder ebenfalls in der Gruppe betreut werden, entstehen langjährige, intensive Beziehungen zueinander.
Mit Beginn jedes Kita–Jahres verändern sich für alle Kinder automatisch ihre Positionen, die Rollen innerhalb der Gruppen werden aufgebrochen und müssen sich neu finden.
Neu aufgenommene Kinder werden langsam an den Kita- Alltag herangeführt, ein sanfter Übergang vom Elternhaus in die Einrichtung ist aufgrund unseres Verständnisses der pädagogischen Arbeit unerlässlich.
Die Jüngsten genießen in der Gruppe nicht nur aufgrund ihres Alters eine besonders große Zuwendung von allen Seiten. Sie brauchen bei vielen alltäglichen Dingen Hilfe und Unterstützung (Wickeln, Essen, Anziehen), bei denen die Älteren gerne mithelfen und so familienähnliche Strukturen zum Tragen kommen.
Neue „Kleine“ werden in die Gruppe integriert, sind Mittelpunkt des Geschehens. Wo immer sie sich aufhalten, stets wird ihnen von älteren Kindern etwas gezeigt und die Möglichkeiten sich selbst zu bilden sind enorm.
Für die etwas älteren Kinder bedeutet diese neue Gruppenkonstellation „Ich bin nicht mehr der/die Kleinste“ und „Ich bin schon selbständiger“, „Ich kann etwas, das jemand anderes noch nicht kann“.
Den noch älteren Kindern gegenüber fühlen sie sich dennoch klein, da ihre gesamte Entwicklung wie z. B. die Motorik und ihr Sprachverhalten noch nicht so weit entwickelt sind, um in allen Bereichen mit ihnen mithalten zu können. Und dennoch beobachten wir, dass sie sich an den ältesten Kindern orientieren und diese als Vorbild sehen.
Die ältesten Kinder sind sich ihrer Vorbildfunktion in der Gruppe bewusst. Sie sind vertraut mit den Regeln und können die jüngeren Kinder in deren altersentsprechender Entwicklung unterstützen. Obwohl die Älteren schon sehr selbständig sind, genießen sie auch die Möglichkeit, immer mal wieder richtig „klein sein“ zu dürfen (Baby spielen, jemanden zum Kuscheln zu finden, krabbeln). Gleichzeitig brauchen und wollen sie schwierigere Herausforderungen. Sie können schon viel und wollen doch stets Neues lernen, ihren Erfahrungshorizont erweitern.
Für die Erzieher/innen bedeutet das, vielfältigen Anforderungen gerecht werden zu müssen, da die Bedürfnisse und Interessen der Kinder sehr unterschiedlich sind. Dies versuchen wir durch Angebote, die auf die individuellen Lern- und Erlebniswelten der verschiedenen Altersgruppen ausgerichtet sind. Die altersgemischte Gruppe bietet für die Kinder die besten Voraussetzungen, um in einer familienähnlichen Situation aufwachsen zu können. Alle unterstützen sich gegenseitig in ihrer Entwicklung und lernen, aufeinander Rücksicht zu nehmen.

8 Auf dem Außengelände und in der Natur

Draußen in der Natur zu sein ermöglicht unseren Kindern im besonderen Maß die Erfahrung von Selbstwirksamkeit. Kinder wollen draußen sein. Ihr typisches Spiel draußen ist wie ein langes, fast evolutiv angelegtes Verhalten:

„Das Leben draußen steckt den Kindern immer noch irgendwo im Blut“ :
Stöcke (Bögen, Speere) und das Jagd-Spiel, Behausungen bauen (Baumhäuser, Hütten, Zelte etc.), die Elemente: Wasser, Erde, Feuer – all das begeistert und fasziniert Kinder über Generationen hinweg.
Kinder empfinden ihr Tun draußen nicht als Spiel, sondern als echte Arbeit – es wird geübt, trainiert, gelernt. So trainiert z.B. das Wühlen im Matsch neben einem intuitiven naturwissenschaftlichen Verständnis auch die Kraft, die Feinmotorik und die Einbindung der Sinne. Draußen machen Kinder elementare Erfahrungen, die (lebens-) wichtig sind und die durch nichts zu ersetzen sind.

Was bietet die Natur den Kindern?
• Unmittelbarkeit: Natur ist sinnlich erlebbar, sie ermöglicht unmittelbare Erfahrungen. Erfahrungen, die unter die Haut gehen (Körperlichkeit). Was erfährt z.B. ein Kind bei einem Lagerfeuer draußen? Alle Sinne sind aktiv, ein Gemeinschaftsgefühl wird spürbar. Spielen in der Natur setzt einen Anker im Hier und Jetzt. Es werden kindgerechte Reize geboten.
• Freiheit: Kinder wollen ihr Tun frei (und in verantwortungsvollem Maße) auch unbeobachtet gestalten können. Ihre „Abenteuer“ dienen letztlich zum Aufbau der Selbstkontrolle. „Wie man Schwimmen nur im Wasser lernen kann, so kann man Lebensmut nur lernen, wenn man die Angst berührt hat“ . Für die Kinder ist wichtig, dass sie in der Natur ungeplante, ungesteuerte Zeit verbringen können.
• Widerständigkeit: Draußen zu spielen ermöglicht Stärkung von innen. Das geschieht dadurch, dass die Kinder sich die Herausforderungen selbst stellen dürfen und nicht von außen gestellt bekommen (ein Kind wird nicht stärker indem man durch dosierte Frustration die Frustrationsschwelle weiter anhebt, so wie ein Fernsehzuschauer nicht mutiger wird, wenn er immer härtere Krimis sieht – das Kind muss Teil der Geschichte sein). Spielen in der Natur lässt „Autonomie, Selbstbestimmung, Eigenverantwortung, das Meistern von Risiko, Phantasie und Kreativität, schöpferisches Denken, Bezogenheit zu Menschen und anderen Wesen in der Welt“ wachsen.
• Verbundenheit: Gerade in unserer Kita ist Natur auch ein mitmenschlicher Begegnungsraum. Verbundenheit umfasst aber auch Verbundenheit zu Pflanzen, Tieren, Orten – zu Gerüchen, Stimmungen oder z.B. zu einer spezifischen Klangwelt.

Nicht zuletzt ist Natur auch eine Quelle von Gesundheit. Einige Beispiele hierfür sind:
• ein lernendes Immunsystem
• Bewegung
• Sonne (Vitamin D)
• Sehkraft
• seelische Gesundheit
• Aktivität und Aufmerksamkeit

Aus diesem Verständnis von Natur und ihrer Bedeutung für die kindliche Entwicklung heraus ergeben sich klare pädagogische Leitideen für uns:
• Jedes Kind in unserer Kita darf an jedem Tag unabhängig von der Witterung draußen sein. (Außer bei Gefahr)
• es finden häufig und regelmäßige Wald- oder Naturtage statt, bei denen (zumindest Teilgruppen der Kinder) frei im Wald / auf einer Wiese / an einem Bach etc. spielen dürfen
• der Garten der Kita ist so angelegt, dass die Kinder selbst kleine Gartenarbeiten verrichten können und so den Lebenszyklus von Pflanzen und Tieren direkt beobachten können (Blumen / Gemüse säen und ernten)
• Naturbeobachtungen (z.B. Vögel, Insekten, Wachstum etc.) werden von unseren Erzieherinnen in den Alltag integriert. In Projekten können Kinder entsprechende Angebote wahrnehmen.

9 Die Sinne schulen – Wahrnehmung als Basis für Entwicklung

Das Wahrnehmungssystem ist ab der Geburt vorhanden. Je mehr und vielseitiger die Kinder in den ersten Lebensjahren spielen, sich bewegen, handeln und nachfühlen desto besser und ausgeprägter wird später die Wahrnehmung sein.
Alle Wahrnehmungsbereiche lassen wir in unserer täglichen Arbeit mit einfließen.
Wir verfügen über vielfältige Alltags- und Montessori Materialien und gestalten verschiedene und ganz individuelle Angebote um die Sinne jedes einzelnen Kindes zu unterstützen.
Im Folgenden möchten wir einige Beispiele nennen:
• Der Höhrsinn (auditiv) wird zum Beispiel im täglichen Morgenkreis angeregt, der mit Liedern und Fingerspielen gefüllt ist.
• Der Sehsinn (visuell) wird z.B. durch die Farbtäfelchen (Montessori), durch Fotos und Bildern vom Alltag gereizt.
• Den Tastsinn (taktil) regt das Kind bei jeder Art von Spielmöglichkeit an frei nach dem Motto „begreifen über greifen“. Die Kinder haben bei uns die Möglichkeit z.B. anhand des Rosa Turms, der braunen Treppe oder auch den Zahlen und Buchstaben aus Sandpapier (Montessori Material) ihren Tastsinn besonders anzuregen und dabei zu lernen.
• Der Geschmackssinn (gustatorisch) entwickelt sich im Leben eines Menschens immer weiter. Besonders angeregt wird er durch die Möglichkeit von besonders vielen und unterschiedlichen Geschmäckern. Diese greifen wir z.B. auf, indem die Kinder die Möglichkeit haben in unserer Wohnküche das Zubereiten der frischen, unverfälschten und vielfältigen Lebensmitteln zu kosten und zu verfolgen.
• Der Geruchssinn (olfaktorisch) steht immer in Verbindung mit dem Geschmackssinn. Auf unseren wöchentlichen Ausflügen zum Wochenmarkt haben die Kinder verschiedene Möglichkeiten Obst und Gemüsesorten aber auch Pflanzen und Fisch kennenzulernen und zu erschnuppern. Im Alltag nutzen wir z.B. die
Montessori Geruchsfläschchen um die Reize der Kinder anzuregen.
• Die Bewegungslehre (Kinästhetik) setzen wir in z.B. in wöchentlichen Bewegungsangeboten in unserem Mehrzweckraum und dem großen Angebot auf dem Außengelände um.
• Der Gleichgewichtssinn (Vestibulär) wird sehr viel eigenständig im Alltag gefördert. Z.B. laufen auf verschiedenen Untergründen, Trampolin springen auf dem Außengelände, balancieren auf Fliesenfugen. Aber auch Maria Montessori hat sich in der damaligen Zeit Gedanken zur Entspannung und dem Gleichgewichtssinn gemacht und somit den Impuls des „Gehen auf der Linie“ gesetzt. Dieses bieten wir wöchentlich den Kindern an. Und vieles mehr!

10 Sprechen und zuhören

Das Interesse und die Wertschätzung am Gegenüber zeigt sich für uns durch geduldiges zuhören, ein korrektives Feedback und eine vorbildliche Sprache. Über eine achtsame Kommunikation bekommt jedes Kind seine Wertschätzung und Aufmerksamkeit. Hierbei wird der Entwicklungsstand jedes einzelnen Kindes berücksichtigt und unterstützt.

Eine gezielte Sprachförderung im Alltag ist für uns keine Extraaufgabe. Vielmehr geht es darum, sensibel zu sein, wann welche Kinder in ihrer Sprachentwicklung unterstützt und gestärkt werden wollen und so ist das alltägliche Arbeiten darauf auszurichten. Mit diesem Verständnis zieht sich die individuelle Sprachförderung wie ein roter Faden durch den gesamten Alltag hindurch und wird nicht als ein vom Alltag losgelöster Baustein empfunden. Das vorhandene Montessori – Material wird unterstützend in der sensiblen Sprachphase des Kindes genutzt.
Sprachförderung erfordert stets ganzheitliches Lernen mit allen Sinnen: Sprache, Motorik und Sinneswahrnehmung.
Unser Kita – Alltag und die dort integrierten Fingerspiele und Verse, Reime und Lieder, wecken in den Kindern spielerisch die Lust sich mit der Sprache und dem Sprechen auseinander zu setzen.
In unserem pädagogischen Alltag ist es uns wichtig, dass die Kinder mit Freude und eigener Fantasie Sprache begegnen.
Wir üben zu keinem Zeitpunkt Druck auf die Kinder aus, sondern wecken die innewohnende Neugierde. Auch das Interesse und kennenlernen von fremden Sprachen greifen wir auf, indem wir die Vielfalt der Sprachen unserer Familien, bei uns, zum Thema machen.

11 Ernährung

Unsere große Wohnküche macht deutlich, dass auch die Ernährung für unsere Kinder eine große Rolle spielt.
Unsere Kinder erleben auch beim Essen Gemeinschaft mit anderen Kindern, üben Regeln ein und orientieren sich an Esskulturen die sie umgeben. Sie werden frühzeitig an eine gesunde Ernährung herangeführt und erkunden mit Genuss und Freude die Vielfalt der Lebensmittel.
Wir machen für unsere Kinder gesundes erlebbar, indem wir jeden Mittwoch mit unserem Lastenrad zum hiesigen Wochenmarkt fahren, um Kartoffeln Obst und Gemüse vom Bauernhof Löbke einzukaufen.
Produkte wie Milch, Milchprodukte und Eier bekommen wir vom Bauernhof Große Kintrup, den wir auch jährlich mit unseren Kindern besuchen.
Geflügel und Rindfleisch bieten wir den Kindern einmal wöchentlich an und beziehen wir aus tierfreundlicher Haltung.
Trockenprodukte wie Reis, Nudeln, Mehl usw. bekommen wir aus dem Ortsansässigen Bio- Fairtrade Laden geliefert.
Unsere Kinder backen Ihr Brot größten Teils selber, so dass auch das Frühstück in der Kita mit Genuss eingenommen wird und für die Kinder „sichtbar“ ist.
Am Morgen bereiten die Kinder mit einer Erzieherin den Frühstückstisch vor. Von Müsli bis Quark und Obst, sowie verschiedene Käsesorten ist dort alles zu finden.
Außerdem haben wir zum Mittag das große Glück eine Diätassistentin für uns gewonnen zu haben, die leckere, gesunde und bedarfsgerechte Ernährung für uns kocht. Die Kinder helfen häufig mit („Übungen des täglichen Lebens“ wie z.B. Kartoffel schälen, Gemüse schneiden, im Topf umrühren u.s.w.) oder schauen zu wie die Produkte weiter
verarbeitet werden.
Vormittags und nachmittags bekommen die Kinder jeweils noch einen Zwischensnack, den wählen die Kinder, im Sinne der Partizipation, mit den Erzieherinnen aus.

12 Nachwort

Nun stehen wir hier und haben mit ganz vielen Händen erfolgreich eine Kita eröffnet und ein Konzept erstellt.
Da wir noch ganz am Anfang sind und alles erst sein Platz finden muss und wachsen soll, soll auch die Konzeption kein festgeschriebenes Schriftstück sein. Viel mehr verstehen wir es als Leitfaden mit der Chance weiter ausgebaut zu werden.

Vielen Dank an alle Kinder die unser Leben so sehr bereichern und bunt gestalten.
Dies ist für Euch!